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Videos sind das neue Buch – Warum wir eine öffentlich-rechtliche Alternative zu YouTube brauchen

Videos sind das neue Buch

Videos sind die neuen Wissensspeicher. Doch wo sollen sie liegen – auf YouTube? Wir brauchen eine öffentlich-rechtlich Alternative. Öffentliche Bibliotheken mit Open-Source-Lösungen wie PeerTube könnten neue Hosts für ein Netzwerk für Bildungs- und Diskursvideos sein.

Die Rolle von Videos in unserer Gesellschaft ändert sich. Sie sind Informationsträger, die die Öffentlichkeit informieren, aber auch selbst Ort des Diskurses. Gerade die Videos der Vorträge von der Republica sind inzwischen ein Ort, an dem die Transformation verhandelt wird. Das trifft auch auf Videos vom CCC zu, oder auf Videos von Kongressveranstaltungen wie dem , auf dem ich einen Talk zu diesem Thema geben durfte.

Bisher sind die Macher*innen dazu gezwungen, all diese Videos bei Youtube hochzuladen. Das ist nicht nur aus Datenschutzgründen nicht wünschenswert. Aber auch wir als kleiner Bildungsträger, der gelegentlich Videos mit Bildungsinhalten unter CC-Lizenz erstellt, sehen keine bessere technische Möglichkeit.

Wir haben eine kleine Reihe von Fortbildungsvideos, die mit CC-Lizenzen versehen ist und die damit als Open Educational Ressource weiterverwendet werden darf.

Es gibt eine ganze Reihe Probleme, die die Nutzung von Youtube mit sich bringt, wir haben unsere Videos aber trotzdem da.
Warum?

Weil wir technisch nicht in der Lage sind, Videos so vorzuhalten, dass sie überall und jederzeit verfügbar sind.

Das Problem daran:
YouTube finanziert das über Werbung, die unseren Videos vorgeschaltet/ beigemischt wird und über deren Inhalte wir keine Kontrolle haben. Auch die Option der Monetarisierung des Videos, wobei man dann afaik ein wenig Kontrolle über verknüpfte Werbung hätte, kommt nicht in Frage. Als gemeinnützige GmbH dürfen wir nämlich keine Gewinne machen. Ähnlich sieht es aus für gemeinnützige Vereine, die dürften zwar theoretisch Gewinne machen, dies hat dann aber eine verwaltungstechnische Mehraufwand, der je nach Verein, die Arbeit im Verein wieder mehr in Richtung Dokumentation verschiebt, statt in die produktive Kernarbeit.

Kernproblem auf Youtube sind allerdings die Vorschläge, die, nach dem Gutdünken der Algorithmusgestalter auf Bildungsinhalte, Desinformation zum selben Thema folgen lassen können.

Also warum nutzen Leute Youtube? Weil YouTube technisch alternativlos erscheint.

Mein Lösungsvorschlag für dieses Problem ist etwas das man BibTube nennen könnte.

Dabei soll es sich um ein öffentlich-rechtliches dezentrales Server Netzwerk handeln, auf dem Videos mit CC-Lizenzen kostenfrei eingestellt werden können.

Damit liessen sich dann auch Open Educational Resources in den sogenannten OEP Open Educational Practices besser bereitstellen, als das heute der Fall ist.

Für die technische Basis gibt es zwei Optionen:

Es gibt eine Software, die analog zu Mastodon, also dezentral und an das Fediverse angeschlossen das ermöglichen würde, sie ist Open Source und könnte bedarfsgerecht weiter entwickelt werden. Sie heißt peertube.

Eine andere technische Basis könnte die Software sein, mit der der Chaos Communication Club, der CCC seinen Mediaserver betreibt.

Was würde uns das bringen?

Das ist ein Thema der digitalen kulturellen Souveränität.

Wenn die These stimmt, das Videos das neue Buch sind, dann wird es höchste Zeit, dass wir ihren Lagerungsort und ihren Katalog in die öffentliche Domäne ziehen und beides nicht länger einem Kulturraum überlassen, der von Interessen geprägt ist, die ggw. zur Verbannung von Büchern und zum Verbot von Büchern an Schulen führen.

Es geht hier auch darum, uns davor zu schützen, dass die rechtsextremen Kulturkämpfer in den USA in der Lage sind, Artefakte unserer Kultur zu zensieren. Und das sind nunmehr nicht nur Bücher, sondern eben auch Videos.

Hier findet sich ein Diskussionspad zum Thema, dass ich im Rahmen des zum Thema aufgesetzt habe: https://yopad.eu/p/Peertube-365days


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